HundErnährung

Wie viel Futter braucht mein Hund?

Die Frage „Wie viel Futter braucht mein Hund?" ist eine der häufigsten unter Hundebesitzern – und gleichzeitig eine der am schwersten zu beantwortenden. Denn die richtige Futtermenge hängt von vielen Faktoren ab: Körpergewicht, Alter, Rasse, Aktivitätslevel und sogar davon, ob dein Hund kastriert ist oder nicht.

In diesem Artikel erfährst du, wie Tierärzte den Kalorienbedarf von Hunden berechnen, welche Faktoren die Futtermenge beeinflussen und wie du mit einer einfachen Formel die optimale Tagesmenge bestimmst.

Schritt 1: Den Ruheenergiebedarf (RER) berechnen

Die Grundlage jeder Futterberechnung ist der sogenannte Resting Energy Requirement (RER) – der Kalorienverbrauch deines Hundes im Ruhezustand. Diese Formel wird auch von Tierärzten weltweit verwendet:

RER = 70 × Körpergewicht0,75

Ein Hund mit 20 kg hat beispielsweise einen RER von etwa 662 kcal pro Tag. Das ist aber nur der Grundumsatz – die tatsächliche Futtermenge liegt je nach Aktivität deutlich höher.

Schritt 2: Den Erhaltungsenergiebedarf (MER) bestimmen

Der Maintenance Energy Requirement (MER) berücksichtigt den Lebensstil deines Hundes. Dafür wird der RER mit einem Aktivitätsfaktor multipliziert:

MER = RER × Aktivitätsfaktor
KategorieFaktorBeispiel
Kastrierter Erwachsener, wenig aktiv1,4Wohnungshund, Spaziergänge
Intakter Erwachsener, normal aktiv1,6Tägliche Bewegung, Spielen
Aktiver/sportlicher Hund1,8 – 2,0Agility, Wandern, Jagdhund
Hochleistungshund4,0 – 8,0Schlittenhund, Diensthund
Welpe (4–12 Monate)2,0Wachstumsphase
Senior (ab 7–8 Jahren)1,2Reduzierter Stoffwechsel
Übergewichtig (Diät)1,0Gewichtsreduktion

Schritt 3: Futtermenge in Gramm berechnen

Um aus den Kilokalorien die tatsächliche Futtermenge zu berechnen, brauchst du die Energiedichte deines Futters. Diese findest du auf der Verpackung (meist in kcal/kg oder kcal/100g).

Futtermenge (g) = MER ÷ Energiedichte × 1000

Beispiel: Dein 20-kg-Hund (kastriert, wenig aktiv) hat einen MER von ca. 927 kcal. Bei einem Trockenfutter mit 3.600 kcal/kg ergibt das: 927 ÷ 3.600 × 1.000 = ca. 257 g pro Tag.

Häufige Fehler bei der Fütterung

Wann sollte ich die Futtermenge anpassen?

Kontrolliere das Gewicht deines Hundes regelmäßig und passe die Futtermenge an, wenn:

Tipp: Nutze den Body Condition Score (BCS) als visuelle Kontrolle. Bei einem idealen BCS von 4–5 (auf der 9er-Skala) sind die Rippen leicht fühlbar und die Taille von oben sichtbar.

Trocken- vs. Nassfutter: Was ist besser?

Beide Futterarten haben Vor- und Nachteile:

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Fazit

Die richtige Futtermenge ist individuell und sollte regelmäßig überprüft werden. Die RER/MER-Formel gibt dir einen wissenschaftlich fundierten Ausgangspunkt. Beobachte dazu das Gewicht und den Körperzustand deines Hundes und passe die Futtermenge entsprechend an. Im Zweifelsfall hilft dein Tierarzt bei der Ernährungsberatung.